Dienstag, 29. Juni 2010

Montag, 24. Mai 2010

Mai in Porto Alegre

Nach dem sehr anstrengenden April waren zumindest die letzten zwei Wochen eher entspannt und unserer naechster Arbeitseinsatz wurde auch gestrichen, bzw. verschoben, sodass noch eine Woche hier vor uns liegt, in der nur etwas Fahrdienst fuer Olivia gespielt werden muss, wir bei dem Abtippen der Bons helfen werden und einen Bericht schreiben. Und langeweilegefaehrdet bin ich ja sowieso nicht, dafuer gibt es auch einfach zu viele Aktivitaeten. Ich muesste eigentlich nochmal ein komplettes Jahr nur der Capoeira widmen... Am 13. Mai wurde vor 122 Jahren hier in Brasilien offiziell die Sklaverei abgeschafft, ein Gesetz, das es jedoch nicht vom Papier runtergeschafft hat. Die Abschaffung wurde durch den Widerstand der schwarzen Sklaven hart erkaempft. Allerdings kann von Gleichberechtigung immer noch keine Rede sein, ein Grossteil der Schwarzen lebt heute in Favelas und der Rassismus ist unterschwellig sehr praesent. Um auf diese Umstaende aufmerksam zu machen, veranstalteten wir im Zentrum vor dem Mercado Publico eine Roda und eine Theatergruppe fuehrte ein kleines Stueck zu dem Thema auf. Es ist einfach wichtig, immer wieder darauf anzusprechen und taeglich gegen die ganzen Ungerechtigkeiten auf dieser Erde vorzugehen! Am 14. und 15. Mai gab es Veranstaltungen im Terreiro, einer Art Kultstaette des Batuque, einer Religion afrikanischen Ursprungs, die hauptsaechlich hier in Suedbrasilien praktiziert wird. So etwas bekommt man als einfacher Tourist wirklich nicht mit und ich fand es unglaublich faszinierend! Es wurde viel gesungen und getanzt, sich regelrecht in Trance geschaukelt, es wurden Gedichte vorgetragen, wir machten eine Roda de Capoeira und Samba de Roda... Am Freitag gab es Feijoada und am Samstag Muqueca, ein Fischgericht. War beides unglaublich lecker! Das ganze laesst sich schlecht in Worte fassen, weil die Stimmung dort sehr von den Rhythmen abhaengt...
Am 16. Mai hatte Maskoti Geburtstag. Morgens half ich schon bei der Produktion von Kuchen und Pasteis im Bosque mit und gegen Abend veranstalteten wir eine Roda direkt am Lagerfeuer, so eine wunderbare Stimmung, gepraegt durch die Musik, die Bewegungen und vor allem durch das Gemeinschaftsgefuehl! Anschliessend fuhren wir noch Maracatu tanzen, da kann man sich einfach noch besser zu auslassen als zu jeder anderen Musik, die ich vorher kannte...
Diesen Freitag war unser Rastapé de Angola zur Feier des siebenjaehrigen Geburtstags von Áfricanamente. Es ist einfach so schoen, sich im Kreise der Menschen, die mir hier wichtig sind, zu vergnuegen. Ausserdem spielte Doze Doses, die Band von Edson und Pirata, die wirklich tolle Musik machen! Leider brannten die Verstaerker durch, aber am Samstagabend hatten sie noch einen Auftritt. Das war fast noch schoener, weil sie dort eine etwas akustischere Variante spielten und wunderschoene Sambas. Zudem gab es verschiedene Theatereinlagen und noch andere Musiker, die sich praesentierten. Danach hatten wir alle tierischen Hunger, und goennten uns den Besuch in einer Churrascaria. Am Sonntag gab es verschiedene Aktivitaeten in dem Kinderheim in Canoas, in dem Pirata arbeitet. Capoeira, Theater, Doze Doses... Toll zu sehen, was fuer einen Spass die Kinder an der ganzen Angelegenheit hatten! Und wir natuerlich auch, auch wenn ich leider das Wochenende ohne Stimme verbracht habe und deshalb leider auch nicht mitsingen konnte.

Rastapé de Angola



Mittwoch, 12. Mai 2010

Dienstag, 11. Mai 2010

Venâncio Aires





Besuch aus México im April





Juhuu, wir haben es geschafft, die Reise, die fuer diese Woche geplant war, zu verschieben und zu verkuerzen, das macht mich definitiv zu einem noch gluecklicheren Phi! Nicht, dass ich mich vor der Arbeit druecken will, aber wir waren einfach verdammt viel unterwegs und jetzt direkt wieder zwei Wochen im brasilianischen Deutschland, bzw. im deutschen Brasilien haette ich nur schwerlich frohen Mutes ueberstanden... Letzte Woche waren wir von Mittwoch bis Freitag in Venâncio Aires, das war auch sehr schoen! Drei Tage sind perfekt, nicht zu lang aber doch so, dass man sich darauf einlassen kann. Wir hatten Glueck, es war gerade ein Chimarrão-Fest, ausser den Besuchen gab es ein Treffen des Nucleos mit Café Colonial, einem riesigen Kaffeetrinken mit unglaublichen Mengen an leckeren Dingen... Am Freitag kamen wir aber genau rechtzeitig zur Roda wieder zurueck... Jedes Mal, wenn ich mein Fahrrad die Treppen zu Áfricanamente hochtrage, werde ich gleich froh, vor allem, wenn ich schon die Bateria spielen hoere!! Wir waren wirklich einen ganzen Monat nicht bei der Freitagsroda gewesen, um so mehr Energie konnten wir nun auftanken! Den Samstag habe ich im Bosque verbracht und Edson beim Bau an seiner neuen Huette geholfen, bevor es abends wieder ins Training ging und danach lecker Pizza essen... Das Rodizio-System macht wirklich Spass, weil man so viele verschiedene Sorten probieren kann... Am Sonntag gab es gleich zwei Rodas, nachmittags im Redenção, die Roda wurde sieben Jahre alt, und abends im Odomodé, wo wir sonntags immer Samba tanzen gehen. Die Band, die gespielt hat, war unglaublich gut und ich hab die Taenze fuer meine Verhaeltnisse erstaunlich gut hingekriegt, hihi... Heute habe ich mich so richtig nass regnen lassen und nun bin ich zur Abwechslung auch mal wieder hier zu Hause, um von mir hoeren zu lassen und vor allem um Ordnung in meinen ganzen Krempel zu bringen!
Ich lade mal noch ein paar Fotos hoch von April, als ich Besuch von zwei mexikanischen Freunden hatte, Alejandro, der zur Zeit in Floripa studiert, und Aaron.