Mittwoch, 30. September 2009

Geburtstagsroda


Leider nicht ganz scharf, aber ich finde, dass die Raeumlichkeiten unserer schoenen Schule trotzdem rueberkommen...

Dienstag, 29. September 2009

Volles, tolles Wochenende

Nach einem wunderschoenen, extrem anstrengenden Wochenende melde ich mich auch noch kurz zu Wort, bevor ich mir meinen dringend noetigen Schlaf zufuehre....
Eigentlich hat dieser Tag sehr doof begonnen, Kiki ist naemlich tot, ich meine den Hund und nicht meine Mitstreiterin, und aus der Ferne ist das noch unschoener als aus der Naehe... Aber ich will nicht in Depressionen verfallen... Ausserdem hatten wir ein bisschen Stress mit Olivia, wir sind erst zu spaet nach Hause gekommen, weil wir den letzten Bus verpasst haben und insgesamt sind wir ihr glaube ich zu unorganisiert, sie hatte schlichtwegmit aelteren Freiwilligen gerechnet und nicht mit unternehmungswuetigen, leicht chaotischen Maedchen. Naja, ich glaube es wird einfacher mit ihr, jetzt da Kiki und ich nur noch zu zweit sind, weil wir ihr mehr zur Hand gehen koennen und auch keinen Sprachkurs mehr haben. Heute hat sie uns in eine eher stumpsinnige Arbeit eingewiesen, naemlich Kassensbons sortieren und in den Computer eingeben. Fuer 30 Bons gibt es von der Regierung 30 Centavos, das ist ein sehr schlechter Stundenlohn, bringt in Massen aber durchaus Geld fuer die Fraternidade ein. Naja, wird wohl nicht meine Lieblingsbeschaeftigung werden, aber wenn wir wirklich eine Hilfe sind, bin ich froh, Olivia macht das bereits seit sechs Jahren taeglich, meistens alleine, da kann man ihre haeufig schlechte Laun durchaus nachvollziehen... Und morgen gehen wir mit zu ihrer Arbeit, einer Fabrik, die Windeln produziert, um sie an arme Menschen zu verschenken. Dort fehlt es wohl immer an Arbeitskraeften, insofern koennen wir da auch mithelfen.
Das Wochenende war wirklich grandios, am Freitag hat der Capoeiralehrer Professor Guto in seinen Geburtstag reingefeiert, erst gab es eine Roda mit sehr vielen Menschen und nachher noch Samba und viel zu essen und zu trinken. Herrlich, wie die Brasilianer einfach alle tanzen koennen und Musik machen... Als die Feier sich aufloeste war uns noch gar nicht nach schlafen zu Mute und wir gingen mit einigen in ein barzinho, in dem auch Samba gespielt wurde... mir wurde versprochen, dass ich es bis zum Ende des Jahres auch tanzen kann, ich hoffe das klappt, da ich fuer eine Tanzschule einfach keine Zeit mehr habe.. Am Samstagmorgen war nach schon sehr bald die Nacht wieder vorbei, weil in einem Haus fuer behinderte Kinder das 70jaehrige Bestehen gefeiert wurde. Die Messe war erstaunlich enspannend, obwohl ich so muede war und besonders gut war das anschliessende Buffet^^. Wir duerfen dort wahrscheinlich demnaechst auch etwas aushelfen, von daher hat sich der Einsatz gelohnt... Nachmittags gingen wir dann zu einem Capoeiraworkshop, der von einer Gruppe Frauen ausgerichtet wurde. Urspruenglich war Capoeira eine reine Maennerangelegenheit, sodass sich jetzt einige Gruppen zusammenfinden, um die Rolle der Frau in der Capoeira praesenter zu machen. Fuer naechstes Jahr planen die Frauen von Africanamente auch ein groeseres Event, ich hoffe, ich finde mich in die Materie ein und kann bei der Gestaltung mitwirken... Wir machten dort erst Musik, dann ein Training und im Anschluss eine Roda, war auf jeden Fall interessant. Danach ging es zurueck zur Africanamente, wo ich auch noch kurz spielen durfte (oder musste, noch fuehle ich mich sehr unsicher...) und danach ging die Feier weiter.. In der Entrebar gab es Livemusik, zu der wir so richtig viel getanzt haben. Es ist einfach ein tolles Gefuehl, jetzt mit Leuten von hier etwas zu unternehmen. Es wurde wieder viel Samba gespielt, aber unter anderem auch ein Lied von Neil Young, waer haette das denn damals gedacht... Hihi... Und auf meine alten Tage habe ich sogar noch versucht eine Art Billard zu lernen, hab nicht viel getroffen, hat aber Spass gemacht... Ein paar Stuendchen Schlaf spaeter besuchte ich mit Kiki, Santiago und Thiago ein interaktives Museum. Dort gab es sehr viel zum selber ausprobieren, die Sinne, Reaktion, Schwerkraft und vieles mehr... War auf jeden Fall sehr interessant und kurzweilig....
Abends waren wir noch bei einer Veranstaltung von einer Vereinigung schwarzer Menschen in Rio Grande do Sul, auch wieder mit viel Samba und Maracatu, sehr energiegeladenes Getrommel. Leider hat mich dann aber doch die Muedigkeit eingeholt...
Gestern war unsere letzte Portugiesischstunde bei Maritani, bei ihr haette ich auch gerne noch weiter gemacht, weil sie einfach unglaublic nett ist, aber ich glaube, dass ich die Sprache jetzt hauptsaechlich durch die Praxis lernen werde...
Abends war Veronikas Abschied, sodass wir nach der Capoeira (Hanna, machst du eigentlich Angola oder Regional???) Pizza essen gingen, auf brasilianisch... Man bezahlt einen Preis und dann kommen die Kellner immer mit Stuecken verschiedener Sorten an den Tisch. Dabei will man natuerlich moeglichst viel probieren und ausserdem gab es auch ein Buffet mit Hauptspeisen (Salate). Und als wir irgenwann satt waren kamen die suessen Pizzen, hui... Schon cool, mit Schokolade, Erdbeeren, Eis, Banane.... Gut, dass ich vorher beim Training war.. Danach gingen wir noch zu ein paar von den Capoeiraleuten nach Hause. Sehr interessante Menschen, sie bewohnen das Gelaende einer verlassenen Fabrik, pflanzen selber Gemuese, stellen Musikinstrumente her und kochen ueber einem Feuerofen... Ich habe allerdings extremst gefroren und war doch sehr froh, als ich mich morgens noch etwas in mein Bettchen legen konnte...Was ich jetzt auch wieder tun werde. Ich denke an euch alle, freue mich wie immer ueber Kommentare und stellt ruhig Fragen, ich koennte mir vorstellen, dass ich von manchen Sachen erzaehle, als waeren sie selbstverstaendlich.

Montag, 21. September 2009


Capoeira im Park


Gruss an Wuppi

Gechillter Montagnachmittag


Sieht geschrieben merkwuerdig aus, trifft es aber ganz gut... Ich sitze mit dem Laptop draussen im Hof und verbringe einen sehr ruhigen Nachmittag, da eine Erholung von gestern dringend notwendig ist. Ich habe mal wieder viel zu wenig Schlaf abgekriegt, da wir gestern Veronikas Geburtstag mit dem Genuss des brasilianischen Nationalgetraenks Caipirinha und in einer Sambabar begangen haben. War ein etwas abstruser aber sehr lustiger Abend, nur der Portugiesischunterricht heute morgen war dementsprechend anstrengend.
Am Samstag waren wir mit der FCD in Pelotas, weil dort eine neue Mannschaft gewaehlt wurde. Es wurde gemeinsam gesungen, ueber die Grundsaetze der FCD und ueber Werte gesprochen, sowie ueber die Unterschiedlichkeit der Menschen, und die Wichtigkeit, alle so zu akzeptieren, wie sie sind. Das hat mich etwas verwundert, weil ich dachte, dass allen die Grundsaetze bekannt seien, aber kann ja nicht schaden, sich die wieder ins Gedaechtnis zu rufen. Ausserdem gab es typisches Gaúcho-Essen und Suessigkeiten aus Pelotas, das fuer ebendiese beruehmt ist.
Es war schoen, jetzt einen Start zu haben, aber ich habe den ganzen Tag schrecklich gefroren, angefangen in dem tollen VW-Bus, mit dem wir gefahren sind und aufgehoert abends, als ich endlich wieder in mein Bett kriechen konnte. Und die Fahrt war auch recht anstrengend, da sich die Leute im Bulli wie eine Horde extrem alberner und schriller Teenies aufgefuehrt hat, und das aus meinem Mund soll was heissen.... Ich freue mich dennoch, wenn wir mit den Visitas anfangen, was jetzt bald der Fall ist.
Gestern war wunderschoenes Wetter und wir haben den Tag im Park mit der Capoeiragruppe verbracht, herrlich!!

Donnerstag, 17. September 2009

Huhu

Porto Alegre hat ca. 1 Millionen Einwohner, ist also doch relativ gross, was man auch im taeglichen Alltag spuert. So muss man fuer Wege immer relativ viel Zeit einplanen, zum einem, weil die Busse leider nicht besonders haeufig fahren, und zum anderen, weil die Wege relativ weit sind und die Busspuren nicht durchgaengig sind, wobei ich es bemerkenswert finde, dass es ueberhaupt welche gibt... Es ist also etwas Glueckssache, ob ich 20 Minuten oder eine Stunde brauche um von a nach b, also in den Park, oder ins Zentrum oder zur Capoeirastunde zu kommen. Manchmal erscheint die Stadt aber auch klein, heute haben wir zum Besispiel unseren netten Busfahrer wiedergetroffen...
Ich habe mich jetzt richtig in der Capoeiraschule angemeldet und fuehle mich dort jedes Mal wohler... Ich wuerde so gerne schon die ganzen Lieder mitsingen koennen...
Gestern haben Kiki und ich der Unibibliothek einen Besuch abgestattet, zusammen mit Santiago (einem angehenden Padre aus Ecuador) und Thiago, der das Priesterseminar verlassen hat. Nun kann ich mich der portugiesischen Sprache in Form von Literatur widmen, das bringt mich bestimmt nocheinmal ein Stueckchen weiter... Eigentlich wollten wir noch ins Museum gehen, aber das war schon quasi geschlossen, sodass wir stattdessen ein Bierchen trinken gegangen sind und im Anschluss ins Kino, wo wir Os Normais2, einen sehr schraegen brasilianischen Film, gesehen haben. Ich habe zu viel Spanisch gesprochen, was zwar die Kommunikation erleichtert, meinen armen Kopf jedoch umso verwirrter zurueckgelassen hat... Aber so rostet er zumindest nicht komplett ein...
So ihr Lieben, ich denke viel an euch, aber geniesse auch das brasilianische Leben...
Am Samstag gehts nach Pelotas, davon erzaehle ich dann spaeter.

Dienstag, 15. September 2009

Skyline von Porto Alegre


Aus der Naehe betrachtet sind diese Haeuser extremst haesslich, aber so mit Fluss finde ich den Anblick ganz nett^^.
Heute konnte ich so richtig die Sonne gesiessen und war schoen im Park joggen, toll!!!
Danach habe ich dort auch noch etwas gesessen und gelesen, jetzt fuehle ich mich so richtig entspannt!!
Nun versuche ich noch etwas die Tageszeitung zu verstehen, auf die ich bestanden habe, ich bin aber nicht ganz begesitert, der Anteil an Klatsch und Tratsch ist doch recht gross...

Sonntag, 13. September 2009

Unsere Kueche

Scheiss Wetter

Mit Kiki und Frei Nelson vor dem Mercado Publico

Nun bin ich schon ueber zwei Wochen in Brasilien und erstaunlicherweise zeigt sich nach einer Woche Dauerregen sogar mal wieder die Sonne...
Gestern war ein ausserst interessanter Tag. Von der Capoeiraschule aus gab es ein Treffen an der Uni. Zuerst wurde etwas Capoeira gespielt und danach wurde ein sehr interessanter Film gezeigt: A revolução dos cocos, der ueber die Revolutionaere Armee Bougainvilles (BRA) berichtet. Hatte ich ehrlich gesagt vorher noch nie von gehoert, aber hat auf jeden Fall einen Denkanstoss gegeben, weil es ein sehr typisches Beispiel dafuer ist, wie ein ressourcenreiches Land von einer kolonialen Macht ausgebeutet wird, ohne dass die Menschen vor Ort davon profitieren. Im Anschluss gab es auch noch eine Debatte, was allerdings auch sehr anstrengend war, weil ich mich unglaublich konzentrieren musste, um zu verstehen, worum es geht. Deshalb war es ein toller Ausgleich, danach selbst Capoeira-Training zu haben.
www.africanamente.blogspot.com
Das ist die Homepage der Schule, ist auf Portugiesisch, aber vielleicht versteht ja jemand was:)
http://africanamenteescoladecapoeiraangola.blogspot.com/
Ich bin sicher kein Naturtalent, aber es macht so einen Spass, sich zu der wunderbaren Musik zu bewegen, oder diese selber zu produzieren... Ich bin allerdings komplett unfaehig, gleichzeitig zu singen und einen Rhytmus zu halten... Mal schauen, ob ich das noch lerne^^
Im Anschluss an das Training gibt es samstags immer noch eine Roda, dann spielt die ganze Bateria und der Rest sitzt im Kreis, waehrend zwei spielen. Ich habe gestern auch zum ersten Mal gespielt, was mir erst sehr peinlich war, aber doch irgendwie Spass gemacht hat!!! Und Professor Guto ist einfach eine tolle Persoenlichkeit!!!
Sehr abenteuerlich war allerdings der Rueckweg, da der Bus leider nicht die gleiche Strecke faehrt wie in der Woche.... Kiki und Nina waren schon vorher gefahren, und lustigerweise ist ihnen genau das gleiche passiert wie Veronika und mir und hatten auch noch den gleichen Busfahrer... Der war zum Glueck sehr nett, und hat uns dann wieder aus der Pampa mitgenommen und bei der naechsten Bushaltestelle rausgelassen. Da wir seit morgens nichts gegessen hatten, setzte ich mich sogar ueber meine Prinzipien hinweg und kaufte bei McDonalds eine Pommes, wo wir warteten, dass Kiki und Nina uns mit dem Auto abholten...
Heute waren wir dann bei einer Feier des Priesterseminars, zu dem auch der Ecuatorianer Santiago gehoert, der hier auch ab und zu bei Olivia rumlaeuft. Erst wurde ein Gottesdienst zelebriert, in dem sehr schoen gesungen wurde und im Anschluss gab es ein grosses Churrasco. Sehr lustig wurde es, als dann auf einmal deutsche Volksmusik gespielt wurde und ich mich davon ueberzeugen konnte, dass Suedbrasilien teilweise deutscher ist als Deutschland selbst^^.
Nun ruhen wir uns noch etwas aus, bevor wir nachher in eine Reggaebar wollen, wo einige Leute vom Capoeira immer sonntags hingehen.
Insgesamt geht es mir also sehr gut, auch wenn ich aus Olivia nicht so ganz schlau werde. Teilweise ist sie sehr abweisend, teilweise sehr schrill und irgendwie fuehlen wir uns nicht durchgaengig sehr willkommen, obwohl wir uns wirklich Muehe geben. Aber Nina hatte am Freitag Gebursttag und kein einziges Mal eine Gratulation von ihr bekommen. Naja, mal sehen, wie sich das entwickelt...
Ab naechster Woche fangen wir auch mit Besuchen an, dann kann ich mehr ueber den Inhalt der Arbeit der FCD berichten.
Beijos e abraços vom Phi

Mittwoch, 9. September 2009

Winter in Porto Alegre

Aaaaaahhh, mir ist so kalt, die Haeuser hier sind einfach mal gar nicht isoliert und meine Nase wird einfach nicht warm.... Ich koennte natuerlich heiss duschen (kalt geht ja nicht...) aber mit nassen Haaren hier zu sitzen erscheint mir nicht so verlockend...
Also krieche ich am besten gleich ins Bett und ziehe mir meine diversen Wolldecken ueber die Ohren... Ich koennte mir natuerlich auch Brasilien - Chile anschauen, aber noch bin ich nicht zum Fussballfan mutiert..
Heute waren wir bei sehr netten Schwestern, die mit der FCD zusammenarbeiten zum Abendessen mit vorangehendem Gottesdienst eingeladen. Der war auch sehr schoen und persoenlich, ich finde, dass die Religion hier sehr positiv gelebt wird, so wie es sein sollte.
Morgen haben wir zum zweiten mal bei Maritani Portugiesischunterricht, darauf freue ich mich...
Gestern haben wir Marcios Schule besucht. Die ist behindertengerecht gebaut, sodass es eine behinderte Professorin sowie zwei Schueler gibt, die im Rollstuhl sitzen, was in Brasilien wirklich nicht selbstverstaendlich ist. Dann durften wir an der Capoeirastunde teilnehmen, was zwar nicht an die andere herankam, mir aber dennoch sher gut gefallen hat, da der Lehrer viel erklaert hat, auch wie die Instrumente gespielt werden. Und es hat Spass gemacht, die Kinder zu beobachten, ist nochmal eine andere Perspektive. Als wir uns in den Klassen vorstellten, ernteten wir uebrignes sehr viel Gelaechter, ist anscheinend komisch, das es Auslaender gibt, die eine andere Sprache sprechen... Schon interessant, wie sehr doch alle in ihrer eigenen Welt leben, und ich habe wieder einmal gemerkt wie toll es ist, dass es diesen interkulturellen Austausch gibt .

Montag, 7. September 2009

Dies und das


Nun beginnt schon wieder eine neue Woche, schon merkwuerdig, wie schnell die Zeit vergeht... Heute ist brasilianischer Nationalfeiertag und passend feierlich ist das Wetter: Es blitzt und donnert und regnet was das Zeug haelt... Vorhin waren wir bei einem dafuer aufgebauten acampamento, ein spezielles gaúcho-Spektakel.. Das war zwar eine reine Schlammschlacht, aber eine herrliche Athmosphaere, ueberall Musik und Tanz, es roch nach Rauch und gebratenem fleisch und nach den verschiedensten Suessspeisen... Viele liefen oder ritten in den traditionellen Trachten herum... Das soll noch die ganze Woche sein, ich moechte gerne nochmal mit mehr Zeit bei Tageslicht darueberschlendern, trockenen Fusses wird das wohl leider nichts, wenn man sich die Wettervorhersage der naechtsten Woche anschaut....
Dafuer haben wir gestern noch einmal richtig die Sonne genossen... Sonntags trifft sich hier jung und alt gerne in einem grossem Park, der sich unter der Woche auch zum Joggen eignen wuerde (juhuuu!!). Dort gibt es viel Artesanato, handgemachten Schmuck (Ohrringe:)), ueberall duftet es nach Popcorn (Pipoca) und ausserdem wird Capoeira gespielt, was wirklich wunderbar zu beobachten ist. Zudem ist es einfach schoen, dort das ganze Volk flanieren zu sehen und sich ueber die brasilianische Mode zu amuesieren. Hier sind Leggins, bauchfrei und Plateauschuhe in, also bitte nicht erschrecken, wenn ich demnaechst auch so rumrenne......
Capoeira ist uebrigens wirklich ein sehr faszinierender Sport, eine tolle Mischung aus koerperlicher Anstrengung und Musik... Am Samstag war wir in einer Capoeiraschule, das hat so einen Spass gemacht!! Ich war zwar leicht ueberfordert, aber es ist ja bekanntlich noch kein Meister vom Himmel gefallen... Und der Lehrer war so nett, als wir da reinstiefelten, stezte er erst einmal Teewasser auf, zuendete ein Raucherstaebchen an und legte Reggae auf.. So ungefaehr war die Stimmung dann auch die ganze Zeit. Und die Musik, die durch Gesang, Getrommel und Berimbão erzeugt wird, ist unglaublich mitreissend.... Morgen gehen wir noch zu einem Capoeira-Lehrer, den uns Marcio vermittelt hat, mal sehen, was das so wird.
Heute morgen waren wir uebrigens auch bei unserer neuen Portugiesischlehrerin, die uns jetzt zweimal woechentlich unterrichten wird. Sie ist unheimlich nett und sie ist sehr viel strukturierter, flexibler und vor allem auch juenger als Levino. ich glaube, dass wir mit ihr mehr Spass haben werden und auch mehr lernen werden. Die Verstaendigung klappt aber auch schon einigermassen, was ich sehr beruhigend finde...
So, das wars dann erstmal fuer heute, ueber Kommentare freue ich mich natuerlich wie immer:)

Freitag, 4. September 2009

Adresse

Nur fuer den Fall, dass ihr mir (alle!!) Briefe schreiben wollt....
Ich wohne in der
Travessa Kuluene 299
Bairro Aparicio Borges
90680460 Porto Alegre, RS

Ich habe gerade die irre Erfahrung gamcht, an einer Avenida langzujoggen, ich glaube meine Lunge ist schwarz... Aber leider gibt es hier in der Naehe wohl keine Parks... Schade, aber wir werden schon noch eine Loesung finden...

Donnerstag, 3. September 2009

Kiki und ich mit Elis Regina

Elis Regina ist eine beruehmte brasilianische Saengerin, die hier in Porto Alegre geboren wurde. Jetzt freu ich mich auf meine Elis Regina....

Na usina do gasometro

Kiki, Olivia, Mari und ich, Blick auf den Rio Guaiba

Mehr ueber mein Leben hier

So, da Mama mir per mail ja schon einige Fragen gestellt hatte, werde ich mal versuchen, diese hier einigermassen zu beantworten. Also, zu meiner Wohnstaette: Wir leben in einem kleinem vergitterten Haeuschen, fuer unser Zimmerchen haben wir extra noch kleine Schreibtischchen gekauft, dort sitze ich jetzt gerade auch. Bleibt nicht viel freie Flaeche, reicht aber... Interessant ist unsere Dusche, man muss wirklich aufpassen, dass man sich nicht bei lebendigem Leibe kocht, ausserdem setzt man das gesamte Bad unter Wasser, naja dafuer werden die Teller mit kaltem Wasser gespuelt, den Sinn habe ich noch nicht ganz verstanden, gibt wahrscheinlich auch keinen. Es gibt eine gemeinsame Kueche und ein Wohnzimmer, in dem in Dauerschleife Telenovelas laufen und manchmal noch gleichzeitig das radio, was etwas anstrengend ist.
Olivia, die Frau bei der wir wohnen, arbeitet zwei Mal in der Woche. Wenn ich das richtig verstanden habe, in einer Windelfabrik. An diesen Tagen kuemmern wir uns mittags selbst um das Essen, sonst hat sie bis jetzt gekocht, da wir auch morgens von acht bis 12 Sprachunterricht haben, hier hinter dem Haus in einem kleinen Saal. Der Unterricht ist leider nicht ganz optimal, da Levino einfach schon recht alt ist und keine modernen Unterrichtsmethoden besitzt. Deshalb gibt es vielleicht noch kleine Aenderungen...
heute sind wir zum ersten Mal Bus gefahren, ich glaube es dauert noch etwas bis ich das ganze System verstehe und die Stadt ist wirklich relativ gross, aber mit ein bisschen Zeit wird das schon klappen. Sonst waren wir bis jetzt immer mit dem Auto unterwgs, entweder mit Frei Nelson oder mit Olivia. Zu Fuss kann man von unserem Viertel aus leider nichts erreichen.
Heute hat es den ganzen Tag geregnet, da wird es im Haus schon recht frisch, ich freu mich schon auf den richtigen Winter, da es natuerlich ueberhaupt keine Isolation gibt... Aber der ganze Schrank ist voller Wolldecken. Und ich habe ja auch wunderbare Puschen (danke Mami.. Werden die eigentlich kleiner, wenn ich sie nochmal wasche?) hui, draussen windet es gegen die Scheibe.. Heute Nacht waere ich vor Schreck fast aus dem Bett gefallen, weil ein Donner sich so anhoerte, als wuerde das ganze Haus zusammenstuerzen.
Gerade waren wir bei einem Treffen einer Gruppe HIV-Positiver, das hier im Saal stattfindet. Marcio, einer von ihnen, ist auch fast taeglich hier und erklaert uns etwas oder hilft Olivia, wirklich unglaublich freundlich. Ich fand es sehr interessant, wie offen sie mit ihrer Krankheit umgehen und bin gespannt auf die weiteren Treffen. Es gibt hier wohl allein in Porto Alegre 20000 bekannte Faelle von Infizierten, wobei die Dunkelzahlen wahrscheinlich hoeher liegen, was ich schon viel finde bei einer Millionenstadt..
Ansonsten sind wir noch dabei die Stadt zu erkunden, haben uns im deutschen Konsulat vorgestellt und waren schon einmal bei der Polícia Federal um uns zu registrieren. Etwas nervig, ich dachte ich haette mein Visum und damit Basta, aber ist ja immer schoen, wenn noch irgenwo Geld verdient werden kann...

Dienstag, 1. September 2009

Os primeiros dias

So, ihr Lieben, nun wird auch das Phi mal versuchen, diesen Blog in Betrieb zu setzen, ich hoffe das klappt alles!
Schon fast eine Woche befinde ich mich nun im Lande der gauchos, des chimarrão und des churrasco und habe schon so viele Eindruecke in mich aufgesaugt, dass ich gar nicht weiss, womit ich anfangen soll.
Ich wohne hier bei Olivia, die sehr nett zu uns ist. Kiki und ich teilen uns ein kleines, gemuetliches Zimmer und zum Sprachkurs sind noch Veronika und Nina hier bei uns in Pôrto Alegre. Gestern hatten wir zum ersten Mal Sprachunterricht bei Levino, einem achzigjaehrigen deutschstaemmigen Brasilianer. Der Unterricht hat noch nicht so eine richtige Struktur, aber ich bin optimistisch, dass wir das gemeinsam so hinkriegen, dass wir davon profitieren koennen. Die Kommunikation hinkt noch, aber klappt doch erstaunlich gut, wobei natuerlich anspruchsvolle Unterhaltungen noch nicht moeglich sind.
Am Wochenende war hier direkt ein Treffen von der FCD. Dort kamen mehrere Verantwortliche aus verschiedenen Staedten des Staates zusammen und planten eine Veranstaltung im Oktober. Die Stimmung war sehr schoen und ich finde es toll, dass hier eigentlich jeden Tag irgendjemand im Haus ist.
Am Sonntag haben wir eine Bootstour ueber den Lago Guaiba gemacht. Die Sonne schien uns auf den Pelz und wir konnten einen wunderbaren Blick auf die Stadt und die Inseln geniessen. Erstaunlicherweise hatten wir die ganze Zeit richtig sommerliche Temperaturen, erst heute ist es ein bisschen abgekuehlt.
Abends hat uns Camila, die Tocher der Nachbarin mit in eine Sambabar genommen, was wirklich richtig toll war. Das war das Brasilien, wie wir es uns vorstellen und die Leute hier tanzen einfach irre... Auch die Caipirinhas schmecken herrlich , sind allerdings definitiv staerker als bei uns. Und anscheinend haben wir den Auslaender dick auf die Stirn geschrieben, obwohl wir uns hier im europaeischsten Teil Brasiliens befinden, da wir gleich von einer Horde relativ aufdringlicher Brasilianer belagert wurden.
Naja, ich hoffe, dass ich mich hier bald orientieren werde und dann wird es bestimmt moeglich sein irgendetwas zu machen, wo es moeglich ist Einheimische kennenzulernen, da ich mich bis jetzt wie ein Tourist im Urlaub fuehle, was ja auch nicht negativ ist, allerdings natuerlich kein Dauerzustand fuer ein ganzes Jahr ist.
Das Essen ist sehr schmackhaft, ich stehe ja bekanntlich auf Reis und Bohnen, die es fast taeglich gibt.
Fotos gibt es, sobald unsere notschibuckis installiert sind...
Beijos